Ein Hundeleben in Rumänien

 

Streuner sind in Rumänien viel verbreiteter, als wir es uns hier in Deutschland vorstellen können. Geschätzt über 600.000 Hunde leben auf der Straße. Tiere, die kein Zuhause haben und niemanden, der sich um sie kümmert. Tiere, die selbst für sich sorgen müssen, die unerwünscht sind, vertrieben von den Menschen, wenn sie um Futter betteln. Damit ist Rumänien europaweit das Land mit den meisten heimatlosen Hunden.


Viele tausend Hunde landen jährlich in den städtischen Tierheimen und Tötungsstationen, in denen die Tiere unfassbarem Leid ausgesetzt sind. Größtenteils unversorgt und sich selbst überlassen, wird die Mehrheit der Hunde irgendwann auf grausame Weise getötet, geltendes Recht, die Hunde zu versorgen, kaum umgesetzt. Vielen Betreibern und Mitarbeitern ist ein Hundeleben nichts wert, sondern bedeutet lediglich ein finanziell lukratives Geschäft, denn die über 150 städtischen Tierheime und Tötungsstationen werden von der rumänischen Regierung finanziell unterstützt. Sie erhalten pro gefangenem Hund eine staatliche Förderung. Das Geld, das eigentlich für die Versorgung der Hunde gedacht ist, landet nicht selten in den Taschen der Betreiber.
 Ob Tötungsshelter oder städtisches Tierheim, kaum ein Hund verläßt diese Einrichtungen lebend. In den Tötungsstationen werden sie in der Regel nach 2 Wochen brutal getötet, in den städtischen Tierheimen vegetieren sie ohne Versorgung bis zu ihrem Tod dahin.
 Einzige Rettung für diese Hunde sind private Tierschützer und Vereine, die versuchen, sich um die Hunde zu kümmern und sie vor dem sicheren Tod zu bewahren, vielfach unterstützt von ausländischen Organisationen.


 

Aber auch viele privat gehaltene Hunde haben kein schönes Leben. Häufig leben sie draußen angekettet und ohne vernünftigen Unterschlupf und werden - wenn überhaupt - mit Lebensmittelabfällen versorgt. Dort fristen sie ihr Dasein, sind Schnee, Kälte, Regen und im Sommer der gleißenden Sonne und unerträglichen Hitze ausgesetzt oder werden, wenn man ihrer überdrüssig geworden ist, einfach auf die Straße gesetzt, wo sie sich häufig unkontrolliert vermehren - trotz der seit einigen Jahren geltenden gesetzlichen Kastrationspflicht. Denn viele Menschen in Rumänien, die ohnehin bereits an der Armutsgrenze leben, können sich für sie kostspielige Kastrationen nicht leisten.

 

Und genau hier setzt unser Verein an. Wir unterstützen den gemeinnützigen Verein Asociatia Anima, der vor beinahe 20 Jahren von örtlichen Tierschützern aus der Not heraus gegründet wurde, und in Campulung ein Tierheim mit über 600 Hunden unterhält. Gemeinsam kämpfen wir darum, dass die besitzerlosen Hunde so gut wie möglich versorgt werden. Unser Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der Kastration der Streuner und auch der Hunde, die einen Besitzer haben. Diese können - für die Eigentümer kostenlos - durch unseren Vertragstierarzt kastriert werden. Die Kosten übernehmen wir. Nur auf diese Weise können wir verhindern, dass ungewollte Welpen auf der Straße ausgesetzt werden und sich Leid wiederholt und potenziert. Dies geht jedoch nur Hand in Hand mit der Sensibilisierung und Aufklärung der Bevölkerung. Nur so können wir die Probleme nachhaltig lösen. Gemeinsam mit unserem Partnerverein Asociatia Anima informieren wir die Menschen über artgerechte Tierhaltung und die Notwendigkeit der Kastration. Dabei steht immer die Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund.

 

Bitte helfen Sie uns, indem Sie durch Ihre Mitgliedschaft, Spenden und Patenschaften unsere nachhaltige Arbeit unterstützen!


Fluffy - vom Ketten- zum Therapiehund

Fluffy kam in einem furchtbaren Zustand in unser Tierheim: Ihre Kette war in ihren Hals eingewachsen. Dies erlebt unser Partnerverein Anima leider viel zu oft. Auch heute noch sind Hunde, gerade in ländlichen Gegenden, für viele Rumänen Nutztiere, die selten mit ihren Besitzern im Haus zusammenleben. Vielfach fristen sie draußen ihr Dasein als Wach- und Hofhunde und erhalten häufig bereits im Welpenalter "Halsbänder" (Ketten, Seile, sogar Drähte) und werden dann an die Kette gelegt. Leider kommt es dann auch vor, dass die Ketten nicht dem Wachstum der Hunde angepasst werden und einwachsen. Welche unerträglichen Schmerzen Fluffy erleiden musste, kann sich niemand von uns vorstellen. Zum Glück wurde er gefunden und in unser Tierheim gebracht, wo die Kette herausoperiert werden konnte.


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