Reisebericht 30. September bis 04. Oktober 2020

 

 

Durch die Corona-Pandemie war es lange nicht klar ob wir reisen können, denn der Landkreis Arges wurde als Risikogebiet ernannt.

 

Der liebe Gott war auf unserer Seite und rechtzeitig wurde der Landkreis Arges frei gegeben.

 

Unsere 1. Vorsitzende Iris Jehle und unser Mitglied und Sammelstellen-Chefin Gabriele Kossmann konnten am 30. September mit dem Flieger nach Rumänien reisen.

 

 

 

Tja Rumänien – es kommt immer anders als geplant … in Sibiu gelandet, klappte es mit dem Leihwagen nicht, doch unsere Iris wäre nicht Iris wenn sie nicht ihren Kopf durchgesetzt bekommt. Nach langem hin und her konnten sie endlich gegen 20 Uhr Richtung Campulung fahren. Weit nach Mitternacht fielen beide todmüd ins Bett.

 

 

 

Nach einem üppigen Frühstück ging es in das Tierheim. Die Freude war riesig … endlich konnten wir unsere Freunde und unsere Hunde begrüßen. Glückstränen liefen allen den Wangen runter.

 

Sofort übernahm Oana Daje die Führung durch das Tierheim.

 

Alte, bekannte Hunde, sowie „Neuzugänge“ begrüßten die Mädels freudig. Während Gabi für unseren befreundeten Verein Dogs of Campulung e.V. nach Vermittlungshunde schaute, katalogisierte Iris die Patenhunde und suchte neue Hunde für die Patenseite aus.

 

 

 

Und dann war Freitag – Abreisetag für einige Hunde in ein besseres Leben. Und nichts lief nach Plan. Es war geplant, dass Iris den Transport macht. Und dann ein Anruf bei Frau Daje. In einer Strasse fühlten sich Anwohner von Hunden gestört. Iulian 2 und Daniel fuhren zu dieser Strasse … sie fanden 3 mutterlose Welpen und Gismo. 2 Welpen sind in einer Wasserpfütze ertrunken. Iulian 2 hatte Angst, dass der dritte Welpe ebenfalls ertrinkt und da die Mutter nicht gesichtet werden konnte nahm er das Baby mit. Der kleine Mini-Pupsi war höchstens 2 Tage alt. Iris nahm sich seiner gleich an, kaufte Milch und Flasche und fütterten ihn alle 2 Stunden.

 

Endlich ging es  los – die Hunde mit dem Ticket in der Pfote konnten endlich zum Meeting Point in Pitesti gebracht werden.

 

 

 

Zurück von Pitesti wollten Iris, Gabi und Iulian Material für die Quarantänestation kaufen – aber wie immer – es kommt alles anders. Jessico wurde von anderen Hunden angefallen und hatte einige Bissverletzung. Iulian und Iris versorgten seine Wunden und danach konnten sie die Materialen kaufen für unser Sorgenkind: die Quarantänestation. Die Quarantänestation ist alles nur keine Quarantänestation. Leider. Die Zwinger sind zu klein, es gibt keinen Schutz zum Zwinger nebenan – somit können sich die Hunde gegenseitig mit gefährlichen Krankheiten anstecken. Es ist nichts gefliest dadurch ist eine gründliche Reinigung mit Desinfektion absolut nicht möglich. Der Ablauf von Urin und Wasser funktioniert nicht, die Hunde sind im Sommer der Hitze und im Winter der Kälte ausgesetzt.

 

Außerdem fängt alles zu rosten an. Eine richtige Katastrophe.

 

Mit den gekauften Materialen konnten wir wenigstens einen Schutz zwischen den Zwingern anbringen, damit sich die Krankheiten nicht zu stark verbreiten – doch eine Lösung ist dies nicht. WIR MÜSSEN NEU BAUEN!!! Der Architekt unseres Vetrauens wird zusammen mit den Tierärzten einen Plan zeichnen und die Kosten kalkulieren. Die Quarantänestation muss nach EU Norm gebaut werden.

 

Trotz aller Traurigkeit darf das freundschaftliche nicht auf der Strecke bleiben. Am Abend hatte Gabi alle Tierheimmitarbeiter zu einem Essen eingeladen. Es war ein wunderschöner unvergesslicher Abend.

 

 

 

 

 

Und Samstag ging es weiter. Iris bricht es jedes Mal das Herz, wenn sie die kranken Welpen mit Iulian versorgt – still weint sie und betet, dass die Quarantänestation baldmöglichst gebaut werden kann. Hierfür sind wir ebenfalls auf Spenden angewiesen.

 

 

 

Samstag ist auch Kastrationstag. Dr. Visoiu kastriert den ganzen Tag Strassen- und Besitzertiere. Gabi und Iris freuten sich sehr, dass so viele Menschen dieses Angebot annehmen. Und dann schon wieder der nächste Anruf. Eine Hündin mit Welpen muss abgeholt werden.

 

Iulian, Iris und Gabi machten sich sofort auf den Weg. Das Dorf war nur ca. 30 km entfernt – in Rumänien eine lange Reise. Die Wege sind dort zum Teil sehr abenteuerlich. Doch alles ging gut. Iulian konnte die Hündin mit viel Geduld einfangen. Anschließend gab es bei den Anwohnern noch Kaffee und dabei konnten wir eine sehr gute Aufklärungsarbeit über die notwendige Kastration bei Hunden und Katzen leisten. Die Leute versprachen, ihre Tiere zur Kastration zu bringen. Im Tierheim angekommen wurde die Mutter mit ihren Welpen gleich versorgt. Auch hier weinte Iris wieder still in sich hinein … welche Zukunft haben diese Hunde wenn sie überhaupt überleben. Ihr war mal wieder klar, es muss noch mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden und das Tierheim MUSS optimiert werden. Eine große Aufgabe – doch Aufgeben ist für uns keine Option – nicht wenn man in die Augen dieser armen Seelen blickt. Sie, die niemandem etwas tun, sie, die von der Gesellschaft weggeworfen werden, sie, die trotz allem was sie erleben uns Menschen immer noch vertrauen.

 

 

 

Iris ging nachmittags noch Hundefutter kaufen, während Gabi mit Oana weiter nach Vermittlungshunde schaute. Oana wusste bei vielen Hunden ihre traurige Geschichte … auch Gabi musste immer wieder die Tränen unterdrücken. Sehr zu Herzen ging ihr die Stone-Area. Zu wenig Platz, zu wenig Hütten … ein unwürdiges Leben für die vielen Hunde. Auch hier müssen wir etwas ändern!!!! 

 

 

 

Bald kam Iris von ihrem Einkauf zurück und konnte mit Gabi Videos für die daheimgebliebene drehen. Die 2. Vorsitzende Silvia Zamoski musste zuhause alles dokumentieren und die Freunde, Mitglieder, Spender und Follower informieren.

 

 

 

Samstag Abend kamen unsere Freunde von Dogs of Campulung e.V. in Campulung an. Wir redeten bis spät nachts über nichts anderes als über die Hunde. Auch sie werden anstrengende, emotionale und aber auch glückliche Stunden im Tierheim Asociatia Anima verbringen.

 

 

 

Sonntag früh ging es für Gabi und Iris nach Hause. Mit einem weinenden und einem lächelnden Auge. Wir konnten wieder einiges erreichen und für uns ist eines ganz klar. Wir kommen wieder, machen weiter ganz nach dem Motto: Aufgeben ist keine Option!

 

 

 

Nachtrag: Die Mutter von Mini-Pupsi wurde gefunden – jetzt heißt es Daumen drücken, dass der kleine Schatz überlebt.

 

 

 

Jessico ging es so schlecht, dass Iulian mit ihm in die Tierklinik nach Mioveni gefahren ist. Jessico ist letztendlich nicht an seinen Verletzungen gestorben. Seine Leberwerte waren sehr hoch – er fiel ins Koma und wurde erlöst. Vielleicht wurde er deshalb von seinen Zwingernkollegen angegriffen. Lieber Jessico wir wollten für dich ein besseres Leben, es tut uns leid, dass wir dies nicht geschafft haben. Run free Du liebe Seele – wir werden Dich immer in unserem Herzen tragen.

 

 

 

 

 

 

 


Reisebericht Juni/Juli 2020

 

 

 

Samstagmorgen um 6:30 Uhr ging es los … Die Reise nach Campulung in das Tierheim vom gemeinnützigen Verein Asociatia Anima.

Die Route grob erklärt: Schwanau - Lahr – Stuttgart – München – Salzburg – Wien – Budapest – Lajosmizse - Sibiu – Rumnica Valcea – Pitesti – Campulung.

Wir hatten eine gute Fahrt und kamen abends müde aber glücklich in unserem Motel in Ungarn Lajosmizse an. Nach einem deftigen vegetarischen Essen, ging es erst einmal zur Nachtruhe. Ausgeschlafen und mit einem leckeren Frühstück wurde am nächsten Tag der Rest der Route gefahren. Für die Route Schwanau – Lajosmizse (1.086 km) benötigten wir 11 Std. Fahrtzeit. Für die restlichen 642 km benötigten wir 9 Std….

Sobald man die rumänische Grenze überschritten hat, fühlt man sich einige Jahre zurückversetzt … Landschaft pur … alte Pferdekarren, Menschen die vor ihren Häusern sitzen und einen Plausch halten, ältere Leute die ihre Kühe nach Hause treiben … tja und Strassenhunde …

Der Weg von Pitesti nach Campulung sind ca. 54 km … ein Klacks denkt man … von wegen … wenn man Pech hat fährt gerade der Zug … was das heißt? Warten und das 3 x … ne ne nicht wie in Deutschland … der Zug ist mindestens so schnell wie ein Fußgänger … und die Schranken gehen sehr früh runter. Gegen 20:30 haben wir unser Hotel in Campulung erreicht.

Am Montagmorgen ging es erst einmal zu den geliebten Hunden und Menschen ins Tierheim. Groß war die Freude auf allen Seiten. Iulian führte uns durchs ganze Tierheim, über 600 Hunden wurden angeschaut, zum Teil geknuddelt und gestreichelt … klar und fotografiert. Iris versorgte anschließend mit Iulian die kranken Welpen und verliebte sich natürlich gleich in ein Hundemädchen mit Räude.

Danach kamen schon die Paletten aus Deutschland. Harald, Iris und die ganzen Mitarbeiter halfen die so dringend benötigten Spenden abzuladen. Hier ein großes Dankeschön an unsere Sammelstelle in Deutschland Gabriele Kossmann.

Die Tage in Campulung waren ereignisreich, emotional und erfolgreich. Unser Verein konnte an den Start gehen … die Freude war so groß, dass wir uns alle weinend in den Armen lagen und unsere Freunde in Deutschland weinten am Telefon mit – klar vor Freude.

Wir konnten mit den Tierärzten Dr. Visoiu, Dr. Ciuciuc, Frau Daje und Iulian eine Besuch beim Vizebürgermeister Herr Blidaru war nehmen. Dieser Termin war für A. Anima und auch für uns sehr wichtig. Die Stadt verlängerte den Vertrag mit A. Anima und sicherte zu, weiter die Strom-, Wasser-, und Müllgebühren zu bezahlen.  Iris und Harald stellten den Verein Animas Pfötchenhilfe Campulung e.V. als neuer Förderverein für A. Anima vor und erzählten ihre Pläne:

 

-        Sicherstellung der Löhne

 

-        Tierarztvertrag

 

-        Verbesserung der Quarantäne – noch vor dem Winter

 

-        BBV Tank durch eventuell einer Kleinkläranlage zu ersetzen

 

Große Aufgaben!!!!!

 

Zurück im Tierheim wurden die kranken Welpen versorgt – Iris und Harald bestellten das so wichtige Canglob – ein sehr teures Medikament – aber die einzige Chance gegen das oft tödlich verlaufende Parvorvirus.

 

Unsere Tierheimmitarbeiter, allen voran Iulian, leisten großartiges!!! Wir, die Deutschen, sind ein paar Tage vor Ort … doch unsere Mitarbeiter müssen täglich die Zwinger reinigen, kranke und alte Hunde pflegen, füttern, Zwinger instandhalten und reparieren und das an Sonn- und Feiertagen. SIE müssen bei Wind und Wetter da sein. Im Sommer herrscht in der Stone-Area unerträglich Hitze – und wenn es regnet, müssen sie mit ansehen wie die Hunde im Wasser stehen… In den Betonzwinger ist es im Sommer angenehm – im Winter wahnsinnig kalt. Die Hunde und auch die Mitarbeiter haben ein hartes Leben – kein Vergleich zu den Tierheimen in Deutschland – und doch haben sie Glück im Unglück … das Tierheim wird privat von Asociatia Anima geführt, d.h. es ist keine Tötung. Der Tierarzt kommt 3 x in der Woche und an Samstagen werden Hunde aus dem Tierheim sowie aus der Bevölkerung kostenlos kastriert.

 

Eine Woche voller Arbeit, Hoffnung und Emotionen geht vorbei … Wir machen uns wieder auf den Weg in unser gemütliches Zuhause … zurück lassen wir über 600 Hunden und unsere Freunde … Tränen laufen km lang die Wangen herunter … Tränen des Abschieds … Tränen der Trauer … Tränen der Hoffnung auf ein besseres Leben für 600 Hunde und ihre Betreuer … Aufgeben ist keine Option … Wir kämpfen für 600 Hunde … helft Ihr uns dabei?